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Zürcher Beizen (II): Restaurant Hardhof
25.03.2012
burgerliche-kuche
beiz
essen

Das Restaurant: In unseren kleinen Reihe über Zürcher Beizen, die diesen Namen noch verdienen, besuchen wir heute das Restaurant Hardhof am Albisriederplatz. Bis vor einem Jahr die neuen Betreiber das Lokal übernahmen, war es eine richtige "Knelle". Das passte zwar auch irgendwie ins Ensemble, denn der Albisriederplatz gehört nicht zu den lauschigsten Begegnungsorten der Stadt. Jetzt, aufgefrischt, hat der "Hardhof" wieder Beizencharme, ohne dass man mit zu viel Design-Gugus übertrieben hätte. Tische, Geschirr, Besteck und die rot-karrierten Stoffserviete sind im klassischen Bistro-Stil  und die Karte verspricht einheimische Währschaftkost. Die Bedienung ist freundlich und locker, etwas zu locker, wie sich im späteren Verlauf des Abends herausstellt.

Das Essen: Die Grundkarte des "Hardhof" ist kurz und übersichtlich, das schafft Vertrauen. Leider hat man sich dazu entschieden, teilweise in Mundart zu texten, was auch dann eine unnötige, unlesbare Anbiederei ist, wenn man Schweizer Spezialitäten im Angebot hat. Eine gute Idee ist hingegen das Fleisch und der Käse aus der Vitrine, kalte Spezialitäten aus der Region, die man als Plättchen bestellen kann. Hervorragend ist zum Beispiel der Uetliberg-Salami oder der Rauchspeck.

Ich starte mit einem hervorragenden Rotkohl-Salat mit Äpfeln, Haselnüssen und einer wunderbaren Blutorangen-Vinaigrette. Dazu gibt es eine Rose aus Morbier-Käse. Die Kollegen wissen vom Nüsslisalat mit einem pochierten Ei (im Glas) ebenfalls nur Gutes zu berichten.

Vor dem Hauptgang wird uns der empfohlene Domaine du Tabatau aus dem Languedoc (2010) serviert – viel zu warm. Die freundlich vorgetragene Reklamation darüber wird nonchalant damit quittiert, dass die Restflasche kurz auf Eis gestellt wird, um anschliessend, den jetzt gekühlten mit dem zu warmen Wein zu mischen. Man kann das unkompliziert nennen, ich finde es unprofessionell.

Dann kommt der Klassiker, Zürcher Geschnetzeltes, das es im "Hardhof" wahlweise auch mit Nierli gibt. Das ist gut, weil es dem Original entspricht, auch wenn ich Nierli nicht mag. Aber auch ohne die Innereien ist der Hauptgang ziemlich ausdruckslos. Das Kalbfleisch von guter Qualität ist zwar perfekt kurzgebraten, die Champignons-Viertel haben den nötigen Biss, aber die Sauce ist leider nur rahmig und fad. Das ganze kommt lauwarm auf kaum gewärmten Tellern auf den Tisch. Die Rösti als Beilage geht in Ordnung, aber als Ganzes ist der Hauptgang (leider ohne Bild) nicht gerade die Visitenkarte des Lokals.

Abschliessend gibt es noch frittierte Apfelküchlein mit Vanille-Espuma, ein einfacher, guter Abschluss, wenn auch etwas gar mächtig. Während nun die anderen Gäste langsam gehen und das Personal offenkundig mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist, bekommen wir es für längere Zeit nicht mehr zu Gesicht. Eigentlich wollten wir noch eine Bestellung aufgeben, einen Schnaps zum Beispiel oder doch noch eine Stange. Aber nach knapp einer halben Stunde Nichtbeachtung, bestellt man dann nur noch die Rechnung.

Fazit: Die Betreiber des "Hardhof" haben mit dem Konzept vieles richtig gemacht, Schweizer Spezialitäten liegen im Trend, das Regionale ist gefragt. In der Detailausführung kann man noch nachbessern. Wenn die Karte klein ist, sollten die wenigen Klassiker darauf umso perfekter sitzen.

Atmosphäre: Es ist gemütlich im neuen Hardhof, der vorher gefühlte 100 Jahre lang eine "Höhle" war. Man sitzt an klassischen Beizentischen mit Gusseisenfüssen und auf unnötigen Schmuck auf den Tischen oder an den Wänden wurde zum Glück verzichtet.

Preise: Auf der rechten Spalte der Menükarte ist Entspannung angesagt, alle Flaschenweine gibt es günstig auch im Offenausschank, das Zürcher Geschnetzelte kostet mit Beilage Fr. 33.–, auch das ist nicht zuviel. Am Ende bezahlen wir für Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts inklusive mehreren Flaschen Wein, Kaffee und Dessert rund Fr. 100.– pro Person, das liegt für Zürich schon fast im Tiefpreissegment.

Restaurant:Hardhof
Adresse:Badenerstrasse 344, 8004 Zürich
Öffnungszeiten:Mo-Fr 8-24, Sa 11-24, So 11-23 Uhr
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