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Barbatti, Luzern: Kunst mit Klassiker
28.02.2013
einfache-kuche
italienische-kuche
bindella
luzern

Das Restaurant: Gerade Feinschmecker sind in der Regel nicht gerade die engsten Freunde von Restaurant-Ketten. Vor Rudi Bindella allerdings habe ich persönlich grössten Respekt. Die Beharrlichkeit mit der er sein Gastro-, Wein- und Immobilienimperium seit den siebziger Jahren führt und ausbaut, ist bewundernswert. Die Familie Bindella hat der Schweiz eigentlich beigebracht, italienisch zu essen. Die Spaghetti-Factorys wollen wir mal aussen vor lassen, aber in jedem "Santa Lucia" gibt es eine gute Pizza und in jedem der über die halbe Schweiz verteilten "Ristoranti" bekommt man gutes, einfaches italienisches Essen in angenehmer Atmosphäre. Das 41. Bindealla-Lokal ist das "Barbatti" in Luzern. Ein Haus mit Geschichte, das Bindella jetzt als Hommage an den bekannten Luzerner Bildhauer und Künstler Rolf Brem (Jahrgang 1926) neu gestaltet und mit vielen Skulpturen Brems aus seiner Sammlung versehen hat.

Das Essen: Bei den Bindella-Restaurants ist es ein bisschen so, dass wer eines kennt, sie alle kennt. Die Karten unterscheiden sich in Nuancen, manchmal ist es etwas mehr toskanische Küche, dann eher venezianisch oder süditalienisch. Das Gute daran ist, dass man sich sofort wohlfühlt und gute alte Bekannte auf der Karte wiederfindet. Ausgeprägte Kreativität sollte man nicht erwarten, man baut auf einfache Gerichte und gute Rohprodukte.

Auch die rote Stand-Aufschnittmaschine von Berkel kommt dem Gast bekannt vor, er begegnet ihr in vielen Bindella-Häusern. Diese massiven Zeugen grosser Handwerkskunst werden sorgsam restauriert und gepflegt und schneiden gut gereiften Parmaschinken langsam in dünne Tranchen. Den Schinken nehmen wir zum Aperitif, er ist wunderbar mürbe, saftig und schön salzig. Hervorragend ist das toskanische Olivenöl aus dem eigenen Haus und auch das Brot ist ausgezeichnet. Damit könnte man sich schon glücklich und zufrieden zurücklehnen, oft braucht es nicht viel mehr als etwas Schinken, Olivenöl und Brot.

Ich aber will wissen, was die Küche kann und bestelle Agnolotti, runde Ravioli, gefüllt mit Ricotta und Spinat, die im Haus gemacht werden. Der Teig ist für meine Begriffe eine Spur zu dick, aber die Füllung ist fein-cremig. Dazu gibt es Butter und Salbei, wobei das Kräuteraroma schwach ausgeprägt ist. Weil die Füllung eher mild abgeschmeckt wurde, fehlt dem Gericht etwas die Spannung.

Es folgt ein Branzino (Wolfsbarsch), grilliert und verfeinert mit Olivenöl, schwarzen Oliven und Tomaten sowie buttrigem Reis. Der Fisch ist von guter Qualität, lag mir aber einige Sekunden zu lange auf dem Grill. Hier gehen die Vorlieben offenbar stark auseinander, die meisten Gäste mögen scheinbar den Fisch ziemlich durchgebraten, ich bevorzuge die glasige Variante. Eigentlich müsste der Service – wie bei jedem Rindsfilet – nach dem gewünschten Garpunkt fragen. Geschmacklich ist das ein schönes Gericht, der Fisch kommt gut zur Geltung, die herb-bitteren Noten der Oliven und die Süsse der Tomaten ergänzen ihn ideal.

Zum Abschluss nehme ich die hausgemachte Cassata, die schmeckt, als hätte sie eine italienische Mamma zu Hause selbst in Form geschichtet. Dass man hier auf entscheidende Details wert legt, beweist der Kaffee: Espresso kommt, nicht wie in vielen Spitzenrestaurants aus einer Kapsel, sondern wird auf einer klassischen Faema-Maschine zubereitet und schmeckt entsprechend gut.

Fazit: Das "Barbatti" bietet nicht grosse oder besonders kreative Kochkunst. Hier versteht man sich darauf, das Einfache gut zuzubereiten. Das ist ein vielversprechendes Konzept, das offensichtlich erfolgreich ist. An diesem Donnerstagmittag ist das Lokal bis auf den letzten Platz besetzt, einige potenzielle Gäste müssen sogar abgewiesen oder auf später vertröstet werden.

Athmosphäre: Man fühlt sich sofort wohl, schöne Kristallleuchter, viel Kunst und ein gut gemischtes Publikum sorgen für eine angenehme, lebhafte Stimmung. Der Service ist trotz vollem Lokal freundlich, italienisch-charmant und schnell.

Preis: Gemessen an der Einfachheit der Gerichte sind die Preise eher gehoben, aber immer noch fair. Die hausgemachte Pasta schlägt als ordentliche halbe Portion mit Fr. 19.– zu Buche, der Branzino wird mit Fr. 39.– verrechnet.

Restaurant:Ristorante Barbatti
Koch:Daniel Schmitter
Adresse:Töpferstrasse 10, 6004 Luzern
Öffnungszeiten:Täglich geöffnet
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