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Swiss First Class: Champagnerflug
13.05.2014
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Der Anlass: Kürzlich kam ich durch glückliche Umstände an das Vergnügen, erster Klasse von Los Angeles nach Zürich zurückzureisen. Die Swiss First Class geniesst einen ausgezeichneten Ruf, zu recht, möchte ich da voranschicken. Zwei Maîtres kümmern sich um maximal acht Passagiere auf diesem Flug von LAX nach ZRH, der rund 11 Stunden dauert. Mich interessierte aber nur eine Frage: Ist die Qualität des Essens dem Preis von rund 9000 Franken (Zürich–Los Angeles retour First Class) angemessen?


Das Essen: Kaum habe ich mich häuslich eingerichtet (dafür sind ausreichend Platz und Ablagefächer vorhanden, der Krieg um die Gepäckfächer findet nur in der Economy statt), wurde mir bereits ein Glas Champagner angetragen. Und obwohl ich auf Flügen in der Regel nicht trinke, verfiel ich dem Charme eines Laurent-Perrier Grand Siécle konnte ich nicht widerstehen, eine ausgezeichnete Wahl, dachte ich, während ich mir in Gedanken selber zuprostete.


Kaum auf Reiseflughöhe (irgendwo hoch oben zwischen 10'000 und 11'000 Metern) wird der rund einen Quadratmeter grosse Holztisch vor einem ausgefahren und weiss gedeckt. Es gibt Butter, ein edles Olivenöl, eine sehr anständige Brotauswahl und feines Gebäck sowie grüne Spargeln in Rohschinken zum Start, und es fühlt sich nicht viel anders an als in einem erstklassigen Restaurant am Boden.


Bei der Vorspeisenauswahl sollte man den Balik-Lachs keinesfalls auslassen, der im Toggenburg nach einem alten russischen Geheimrezept geräucherte Fisch ist ausgezeichnet, wachsig-zwart und hocharomatisch. Das vegetarische Club Sandwich, das ich dazu bestellt habe, fällt leider ab. Das Brot ist weit weg von knusprig, Tomaten, Gurken, Ruccola und eine Oliventapenade sind recht dezent im Geschmack. Vor allem schmeckt aber die grellgrüne Sauce (angeblich Basilikum-Pesto) arg künstlich-parfümartig.


Versöhnt werde ich mit einer ausgezeichneten gebackenen Tomatensuppe, sie ist dickflüssig, hat einen intensiven Tomatengeschmack und ein schönes Spiel von Süsse, Säure und Schärfe. Der kleine Brotcracker mit Geissfrischkäse hingegen fällt wegen mangelnder Knusprigkeit wieder durch.


Ein grosses Stück Wolfsbarsch gibt es zum Hauptgang, er ist fast perfekt gegart und nur an den dünneren Rändern leicht angetrocknet. Die grünen Spargeln darunter haben noch einen guten Biss und darüber gibt es eine mächtige mit getrockneten Tomaten angereicherte Sauce Hollandaise, die gleich auch als Sättigungsbeilage dient. 


Der Käse (Gruyère und Brie aus den USA!) schmeckt etwas gewöhnungsbedürftig, ich spüle ihn hinunter mit einem Glas 20 Jahre alten Tawny Port und bestelle noch eine feine Kugel Cookies-Eis, bevor die guten Sprüngli-Pralinés vor mich hingestellt werden, die es hier zum Kaffee gibt.


Fazit: Auch wenn es im Detail Kritik anzubringen gibt, hat mich das Essen in der First Class recht positiv überrascht. Einige gute Grundprodukte, gut zubereitet, dazu qualitativ hochstehende Markenprodukte trösten über die situationsbedingt bescheidenen Möglichkeiten der Küche hinweg. Ob sich der Aufpreis von rund 100 Prozent gegenüber der Business Class aus kulinarischer Sicht lohnt, ist hingegen eine sehr individuelle Entscheidung.


Atmosphäre: Der Service in der Swiss First Class ist tatsächlich erstklassig. Zwei Maîtres auf maximal acht Gäste, das ist besser als in jedem Dreisterne-Restaurant. Kein Wunsch wartet lange auf seine Erfüllung, kein Glas bleibt leer, wenn der Gast das nicht wünscht. Und nach dem Essen streift man sich ein flauschiges, schwarzes Pyjama des Schweizer Edelherstellers Zimmerli über und legt sich in das grosszügige Bett und deckt sich mit einem feinen Daunenduvet zu.


Preis: Von Zürich nach Los Angeles kostet ein First Class Flug der Swiss etwa Fr. 8900.–, rund doppelt so viel wie in der Business Class. Im direkten Vergleich (hin flog ich Business) ist das Essen tatsächlich einiges besser, man hat mehr Ruhe und mehr Platz.

Restaurant:Swiss First Class
Kommentare:
Christian Bertschinger
Schreiben Sie doch auch etwas über die peinliche billige Weinauswahl.
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