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Sternen, Walchwil: Feines unter der Platane
10.08.2012
gartenrestaurant
gault-millau
gourmetkuche
romantisches-lokal
rene-weder

Das Restaurant: Der "Sternen" in Walchwil liegt ein paar Kilometer hinter der Stadt Zug, direkt am Zugersee. Wenn man hierherfährt, wird einem bewusst, dass tiefe Steuern allein noch nicht reichen, um eine Gegend attraktiv zu machen. Dafür braucht es schon noch die wunderbare Landschaft und diesen kleinen, feinen See, auf dem an diesem Abend kaum eine Handvoll Boote unterwegs sind. Sommers hat der "Sternen" eine sehr romantische Gartenbeiz direkt am Ufer unter dem Blätterdach einer eindrucksvollen Platane. Für den Service ist das eine sportliche Aufgabe, das Personal muss die Speisen aus der Küche über die Strasse auf die andere Seite zur Gartenbeiz balancieren. Respekt dafür.

Das Essen: René Weder pflegt hier eine mediterrane Küche mit französischen Wurzeln, die (bei manchen Gängen) mit grossem Aufwand und beeindruckender Sorgfalt betrieben wird. Schon der Gruss aus der Küche sagt an, dass wir hier nicht in einer Feld-Wald-und-Wiesenbeiz eingekehrt sind. Ein Ensemble aus Melonenkaltschale, Senf- und Schinkenaromen in diversen Aggregatszuständen macht Lust auf mehr. Auch bei der Vorspeise wird die Kunst der Variation vorgeführt; Tomaten, Basilikum und Mozzarella werden hier durchdekliniert: als Terrine, geliert, als Eis oder als Tarte. Das schmeckt gut, manche Elemente sind eine echte Offenbarung. Schade nur, dass die Tomatentarte sehr sūss war und so der Eigengeschmack des Gemüses fast neutralisiert wurde. Weniger Zucker und mehr Würze hätten mir besser gefallen.

Sommerlich leicht war die Interpretation der Salade Nicoise, der ausgezeichnete Thunfisch kurz angebraten, die Kartoffeln auch, dazu ein Wachtelei, das hätte weicher sein können und Salicorn, knackiger Meeresspargel. Hier und auch beim nächsten Gang (Hummer mit Ratatouille) lässt man die Produkte die Hauptrolle spielen, die Eigenaromen kommten ideal zum Tragen.

Geschmacklich hat mir in seiner Konsequenz und in seiner konsequenten Reduktion der Hummer auf Ratatouille am besten gefallen. Das Fleisch aus dem Schwanz des Schalentiers schmeckte einfach nur nach Hummer, das feine Ratatouille war eine schöne Ergänzung. Die Pepperoni aus dem Ratatouille fanden in drei Pürrees ihre Entsprechung am Rand des Tellers. Natürlich kann man sich fragen, ob es Sinn macht, am Rande eines schönen Süsswassersees Hummer und Thunfisch zu essen. Ich habe mir die Frage aber für später aufgehoben und den Moment genossen. Die gebratene Entenleber auf einen Zitrusrisotto, die anschliessend kam, war gut, in der Kombination aber etwas mächtig.

Der Hauptgang war dann ein echter Höhepunkt, das Rindsfilet zart und genauso rot, wie es sein soll, dazu gab es eine Lasagne vom Ochsenschwanz, etwas Sommertrüffel und einen kräftigen Jus aus Merlot und Oxtail. Intensive Aromen, aber fein aufeinander abgestimmt. Etwas unmotiviert schien mir das kleine Gemüsebouquet, das verschämt und ziemlich bissfest am Tellerrand lag und geschmacklich nichts zum Hauptganggeschehen beizutragen hatte.

Beim Dessert erschrak ich erst über den Teller, ich wusste nicht, dass solche Designs noch existieren. Eine schwarze Platte, die aussieht wie angefressen - also ich weiss nicht. Das Dessert selber war wiederum eine Auslegeordnung aus Zwetschgentarte, Himbeer- und Brombeermousses und als solche in Ordnung, wirkte aber etwas beliebig und geschmacklich fehlte dem süssen Teller die Spannung.

Fazit: Man isst ausgezeichnet im "Sternen" in Walchwil, und man sitzt an einen wunderschönen Plätzchen. Auf der Suche nach einem Ort für das perfekte romantische Dinner, sollte man hier vorbeikommen. Der "Guide Michelin" gibt dem "Sternen" übrigens einen Stern und spricht von "erstklassigen Gourmetkreationen". Der Schweizer "Gault Millau" verteilt hier 16 Punkte.

Atmosphäre: Die Stimmung an diesem Abend war sommerlich leicht, in einer Gartenbeiz geht es immer etwas lockerer zu als im edlen Restaurant, was nicht verkehrt ist.

Preise: Ich hatte Rindsfillet, Thunfisch, Hummer und Entenleber, insgesamt 6 Gänge für Fr. 152.-, das ist ziemlich fair. Die A-la-Carte-Hauptgerichte sind im Vergleich dazu etwas überteuert: Fr. 76.- für ein US-Rindsfilet mit Sauce Bérnaise und Gemüse ist jedenfalls eine Ansage.

Restaurant:Sternen
Koch:René Weder
Adresse:Dorfstr. 1, 6318 Walchwil
Öffnungszeiten:Montags und dienstags geschlossen
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