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Münsterhof Zürich: Mehr ist weniger
24.01.2012
essen
michelinstern
molekularkuche
tobias-buholzer

Das Restaurant: Der Herbst war schön für Tobias Buholzer und seine Frau Sabrina, die seit 2010 in der "Wirtsstube Münsterhof" arbeiten, mitten im schönen, teuren Teil der Zürcher Innenstadt. Buholzer bekam einen Michelinstern und den Satz: "Zum einen stimmt das Konzept (oben Gourmetküche, unten Weinstube), zum anderen kann Chef Tobias Buholzer einfach gut kochen."

Der "Münsterhof" unterteilt sich also in "unten", dort gibt es Wein und einfache Gerichte, sowie "oben", dort führt Buholzer vor, weshalb er mit Punkten und Sternen ausgezeichnet wird. Die Karte ist übersichtlich, als Vielfrass entscheide ich mich für das "Häppchenmenü", das sind – wenn man das volle Programm nimmt –, 9 Gänge für Fr. 180.–. Das geht in Ordnung, vor allem, wenn man dann im Verlaufe des Abends feststellt, dass für den Koch 9 Gänge noch nicht genug sind. Mehr über das Mehr aber später.

Der Gastraum ist gemütlich, schlicht, die alten Holzbalken kontrastieren schön zur modernen Einrichtung mit bequemen Lederstühlen. Insgesamt hat es vielleicht Platz für 30 Esser.

Das Essen: Tobias Buholzer zieht alle Register der modernen Kochtechnik. Es gibt allerlei Texturen aus dem Molekular-Baukasten, Sous-vide-Zubereitung (Garen bei Niedertemperatur im Wasserbad) sowie traditionelles Handwerk (Braten, Kandieren u.a.). Bisweilen wirkt es, als würde der Küchenathlet, der sich unglaublich viel Arbeit macht mit seinem Menü, seiner Kochkunst zu wenig vertrauen. Mit zu vielen Gags, Minigängen vor jedem Gang und anderen Firlefanz lenkt er vom wesentlichen ab: dem Geschmack. So durchlebt man eine ziemliche Achterbahn des Genusses, wenn man nach dem Apéro, den Küchengrüssen, den Vor- und Hautpgängen, Vorvorgängen, Vordesserts, Desserts und Friandises die Rechnung verlangt.

Einzelne Kreationen sind grandios, wie die Scampi mit Topinanbur-Creme, Entenleber-Brioche und Entenleberaufstrich aus der Tube oder das sanft gegarte Rentier mit geräucherten Silberzwiebeln (und, Achtung, Gag: mit Silber drauf!) sowie einer Auberginen-Steinpilz-Kugel. Andere Darreichungen wie die Jakobsmuschel, die mit einem Safran-Reisschaum und Rindermarkbällchen geliefert wurde, fand ich weniger gut. Geschmacklich untentschlossen und handwerklich nur Mittelmass, die Bällchen rochen nicht besonders gut und klebten unangenehm am Gaumen. Und durchs ganze Menü zog sich leider der Eindruck, dass das Frittieröl hätte wieder mal gewechselt werden sollen.

Am besten hat mir der einfachste Gang gefallen: eine kandierte Limette, gefüllt mit Limettensorbet. Das habe ich zu Hause gleich nachgekocht. Der etwas ausgetretene Spruch, dass weniger mehr ist, bewies sich an dem Abend bei diesem Gang deutlich.

Fazit: Für einen schönen Abend zu zweit (Mann und Frau), würde ich den "Münsterhof" nicht empfehlen. Männer, die sich für die letzten Küchentrends interessieren, kommen hier aber voll auf ihre Kosten. Es wird einiges geboten fürs Geld, ein Zirkus Kulinarik sozusagen.

Restaurant:Münsterhof
Koch:Tobias Buholzer
Adresse:Münsterhof 6, 8001 Zürich
Öffnungszeiten:Sonntags und montags geschlossen
Kommentare:
Garth Scholtz
100% accurate review. I visited this restaurant in February this year and left feeling overwhelmed with food. I felt at the time that the kitchen was trying to show off far too much skill and not focusing on getting the basics right. Your recommendation that this restaurant is not for a special evening is also spot on. For me there is no better restaurant than Rico's Kunststuben for perfect food and atmosphere.
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