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La Salle, Zürich: Kantine des mittleren Managements
22.11.2012
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essen

Das Restaurant: In der kulinarischen Einöde von Zürich West (ab Escher-Wyss-Platz) gibt es zwei interessante Pole. Da ist am Stadt-Ende sozusagen die "Brasserie Bernoulli", die ich kürzlich sehr gelobt habe. Eine Art Gegenstück dazu ist das "La Salle", das als Bestandteil des Schiffbau-Komplexes zum Inventar der moderneren Zürcher Gastronomie gehört. Während im "Bernoulli" die einfachen Angestellten eine kreative, aber preiswerte Küche aus regionalen Produkten schätzen, sitzt im Glashaus des nobleren "La Salle" das mittlere und obere Management am Mittagstisch. Die Karte ist zu Hälfte berechenbar klassisch und wechselt auf der anderen Hälfte regelmässig, aber ohne jemanden durch übertriebene Originalität zu erschrecken. Das ist ein gutes Konzept, an diesem Donnerstagmittag ist das grosse Lokal bis auf den letzten Platz besetzt.

Das Essen: Regelmässige Besucher schwören auf Gerichte wie den Hackbraten, ich wähle aus der aktuellen Tageskarte und beginne mit einem wirklich guten lauwarmen Gemüsesalat, der mit einem cremigen Stück Schweizer Ziegenfrischkäse belegt ist. Der Salat ist mit einem feinen Dressing angemacht, die leichte Säure passt gut zu dem relativ milden Käse, das Gemüse ist genau richtig bissfest gegart.

Mit dem Hauptgang (Zürcher Oberländer Rehschnitzel) war ich weniger zufrieden: Gut bis sehr gut waren die klassischen Beilagen (Spätzli, Rotkraut, Rosenkohl und eine sehr feine Zimtbirne mit Preiselbeerkonfitüre). Die Hauptzutat aber, das Fleisch, war nicht gerade das, was man perfekt gegart nennt. Ich vermute mal, bei einer Abschlussprüfung käme ein Koch damit nicht durch. Vor allem waren die drei Schnitzel sehr unterschiedlich gegart, das eine hatte oben und unten dicke, graue Ränder und war innen rosa, das andere war fast durchgegart und das dritte irgendwo dazwischen. Das kann man besser machen. Die Eierschwämmlirahmsauce war in Ordnung, auch wenn sie etwas stark gebunden war, und die Pilze etwas präsenter hätten geschmacklich eingebunden werden können. Zuletzt eine Detailkritik: Was soll ich mit einem Zweig Rosmarin anfangen, der halb schlapp auf dem Gericht liegt? Nach Hause nehmen und für die nächsten selbstgemachten Bratkartoffeln verwenden? Dann lieber gar keine Dekoration.

Zum Dessert kam ein ausgezeichnetes Marronimousse, das zwar lieblos präsentiert wurde mit einigen zufällig ausgewählten Fruchtstücken und Rahm. Aber geschmacklich gab es daran nichts auszusetzen - im Gegenteil, es war ausgesprochen gut und hätte einen würdigeren Auftritt verdient gehabt.

Fazit: Im Grossen und Ganzen wird hier eine solide, so genannt bürgerliche Küche geboten. Sie ist zwar nicht allzu kreativ, beruht aber in der Regel auf guten Produkten. Schade ist, dass es im Detail dann nicht stimmt, bei fast 50 Franken für einen Hauptgang muss das Fleisch einfach perfekt gegart sein.

Atmosphäre: Zu loben ist der aufmerksame, schnelle und freundliche Service und die offensichtlich gut organisierte Küche. Die Speisen kamen trotz vollbesetztem Gastraum schnell. Die Stimmung ist am Mittag geschäftig bis locker. Erstaunlich ist die gute Akustik in dem riesigen Glaswürfel, in dem man auch bei enger Bestuhlung und vielen Leuten so etwas wie Privatsphäre geniessen kann.

Preise: Man verlangt, was man kriegen kann. Die einzelnen Gänge sind durchwegs teuer, bei meinem Mittagessen kamen Fr. 22.50 für den Gemüsesalat, 47.- für das Rehschnitzel und 15.- für das Dessert zusammen, total Fr. 84.50. Nur zum Vergleich: im Zweisterne-Restaurant "Kunststuben" in Küsnacht gibt es einen hervorragend gekochten Lunch aus drei Gängen für Fr. 58.-.

Restaurant:La Salle
Adresse:Schiffbaustrasse 4, 8005 Zürich
Öffnungszeiten:Täglich, Sa/So ab 17 Uhr
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