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Il Giglio, Zürich: Thema schlechter Service
25.04.2013
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Das Restaurant: Am romantischen Hallwylplatz mitten in der Stadt gelegen, ist das "Il Giglio" ein sicherer Wert in Zürich, wenn es darum geht, gut italienisch zu essen. So sagt man jedenfalls. Der "Gault Millau" gibt 14 Punkte und schreibt, "Vito Giglio und sein Team gehören seit mehr als zwei Jahrzehnten zum Besseren, was Zürich kulinarisch zu bieten hat". Über den Wahrheitsgehalt dieses Satzes wollen wir hier nicht streiten, aber das Haus hat einen guten Ruf, auch andere Kenner haben es mir schon wärmstens empfohlen. In einer flotten Herrenrunde waren wir kürzlich zu Gast und um es vorab schon kurz zusammenzufassen, einen schlechteren Service habe ich schon lange nicht mehr erlebt.


Das Essen: Wir entscheiden uns überwiegend für das Abendmenü, das in vier Gängen für attraktive 87 Franken angeboten wird. Schon die Menüaufnahme ist speziell. Anstatt alles zu notieren und dann die notwendigen Umrüstungen beim Besteck vorzunehmen, nimmt die Servicefrau jede einzelne Bestellung auf, geht dann zur Anrichte, um das passende Besteck zu holen, legt es neben den Teller und nimmt die nächste Order auf. So wird das Gespräch am Tisch für mehrere Minuten unterbrochen.


Es kommt ein kleines Amuse bouche, ein Cannelloni mit Fleischfüllung, der ordentlich schmeckt, ohne aber irgendwelche Fantasien über den weiteren kulinarischen Verlauf des Abends zu wecken. Jetzt wurde der Wein ausgeschenkt (Pruno, Sangiovese di Romagna Superiore Riserva DOC 2008 für Fr. 68.-), von dem wir bis zum Ende immerhin vier Flaschen bestellten. Der Service machte es sich einfach, zum Probieren gab es nichts und das Einschenken geschah kreuz und quer, auch über den Tisch wurden die Gläser gefüllt. Die zweite Flasche korkte stark, der Wein wurde auch wieder ohne zu probieren auf die Gläser verteilt, wo er sich mit dem Inhalt der einwandfreien ersten Flasche zu einem ungeniessbaren Saft vermischte. Immerhin wurde die korkende Flasche und die bereits gefüllten Gläser anstandslos zurückgenommen, nachdem wir rund zehn Minuten aufwenden mussten, um denn Service auf uns aufmerksam zu machen.


Der erste Gang des Menüs war ein Salat aus Pulpo und Gamberi mit einer frittierten Zucchiniblüte (ausgezeichnet, sagten jene, die ihn gegessen haben). Da ich keinen Tintenfisch mag, bekam ich stattdessen grünen Spargel nach Mailänder Art angeboten, was im Vergleich zum Menügang ein schlechter Tausch war. Der grüne Spargel war zwar fein und auf den Punkt gegart, aber ausser ihn mit etwas Butter und Parmesan zu überbacken, wurde nichts damit gemacht.

Es folgten schöne, feine Nudeln (Tagliolini) mit frischen Erbsen und Spurenelementen von Tomaten. Die Erbsen waren für meinen Geschmack zu lange gegart, so dass sie am Ende schmeckten wie aus der Büchse und ihre Frische längst verkocht war.


Der Hauptgang war gut, aber zimmerwarm bis kalt, auch die Teller waren nicht vorgewärmt. Es gab eine perfekt gebratene Perlhuhnbrust mit knusprig frittierten Artischocken-Spänen, einen intensiven Jus - von dem es mehr vertragen hätte -, ebenfalls schön knusprige Kartofeln und einen ausgezeichneten Blattspinat. Das war gernau das, wofür die Giglio-Küche immer gelobt wird: ehrliche, einfache, authentische italienische Küche. Wenn das Gericht noch durchgehend heiss serviert worden wäre, wäre es perfekt gewesen.


Auch das Dessert war sehr gut, eine Rhabarbertorte mit einem luftigen Boden und dem Gemüse, das durch den sensiblen Umgang mit Zucker seine schöne Säure behalten hatte. Als Dekoration wurden Erdbeeren ohne viel Geschmack und Schlagrahm eingesetzt, was nicht besonders originell, aber mindestens optisch passend erschien.


Fazit: Es ist immer schade, wenn der Service nicht mit der Qualität der Küche mithalten kann. Entlastend für den Koch ist anzufügen, dass das Restaurant gut bis sehr gut besucht war, es gab also für die wenigen Leute am Herd viel zu tun. Trotzdem sind lauwarme Teller nicht akzeptabel, andere Kritikpunkte sind hingegen mitunter auch eine Frage der persönlichen Vorlieben. Das Servicepersonal blieb sich treu, weitestgehend unfreundlich, eher ruppig bis rustikal im Umgang, worüber sich einer aus der Runde beim Bezahlen der Rechnung (rund Fr. 1120.-) beschwerte. Es muss noch angemerkt werden, dass sich das Restaurant beim Mann, der die Reservation vorgenommen hatte, telefonisch gemeldet hat, um sich zu erkundigen, was genau wir am Service zu beanstanden hatten. Das ist eine überzeugende Geste.


Atmosphäre: Der einfache, aber freundliche Raum mit den schon etwas in die Jahre gekommenen Möbeln und eine gut gelaunte Gästeschar, vorwiegend im mittleren Alter, sorgen für eine entspannte, wohnliche Stimmung. Ein Hinweis zum Schluss: In einem italienischen Lokal, das für authentische Küche steht, würde uns Olivenöl auf den Tischen noch gefallen.


Preise: Die Kalkulation ist anständig, Fr. 85.- für das Viergang-Menü ist sehr fair, die A-la-Carte-Gerichte sind mit Fr. 12.- bis 58.- im üblichen Züricher Preissegment berechnet.


Bewertungen: 14 Gault-Millau-Punkte

Restaurant:Il Giglio
Koch:Vito Giglio
Adresse:Weberstrasse 14, 8004 Zürich
Öffnungszeiten:Sonntags geschlossen, samstags nur Abendessen
Kommentare:
Frau Joghurt
Danke für den Bericht. Zu dem "ungeschulten und unfreundlichen" Service kann ich nur sagen: in die Küche wird durch Fachpersonal investiert. Den Service können dann ja ungelernte Pauschalkräfte oder Minijobber erledigen. Ein Tellertaxi ist ja ausreichend....
Tomann
Ich bin schon seit Jahren Gast im il Giglio. Bisher wurde ich als Kunde immer königlich bedient. Daher kann ich mir Unannehmlichkeiten mit dem Service habe ich noch nie erlebt. Und auch noch nie von sowas gehört. Bis jetzt. Wahrscheinlich war in diesem Fall die Kundschaft
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