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Grüntal, Zürich: Das Kreuz mit der Szene-Beiz
19.11.2012
zurcher-institutionen
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Das Restaurant: Christian Egger hat mit dem verblichenen "Tessinerkeller" eine Zürcher Legende geschaffen. Ich habe davon gehört, war aber nie dort, da ich grosses Misstrauen gegenüber Szenelokalen hege. Meistens verhält sich der Hipness-Faktor umgekehrt proportional zur Qualität von Küche und Service. Nun betreibt Egger das "Grüntal" an der Breitensteinstrasse zwischen Wipkingen und Höngg. Die Lage ist zwar idyllisch ruhig, aber von der Tramstation "Förrlibuckstrasse" ist man trotzdem schnell über dem Fluss und im "Grüntal". Im Sommer gibt es eine schöne Terasse mit Blick auf "die Limmat und Prime Tower", wie es auf der Website des Restaurants heisst. Drei kleine, gemütliche Gaststuben gibt es - mit vielen Bildern an den Wänden, die "Tessinerkeller"-Besucher teilweise kennen mögen, und Holztischen. Das Ganze wirkt durchaus lässig, aber nur halbwegs gemütlich.

Das Essen: Die Spezialität hier sind Moule e Frites, etwas, was ich auch bei sehr, sehr grossem Hunger nicht essen würde und schon gar nicht, wenn die Moules von sehr weit her kommen, was sie in Ermangelung eines Meeres in der Schweiz immer tun. Zurzeit gibt es ein grosses Wildangebot auf der Karte, das interessant klingt und Klassiker wie Cordon Bleu, auf den meine Wahl letztlich fiel.

Zum Einstieg gab es einen ausgezeichneten Trockenfleisch-Teller aus Hirsch, Wildschwein sowie Gäms und eine Geflügelleber-Mousse ("Vollfette Foie Gras"), die fein gewürzt und im Weck-Glas zubereitet war (allerdings war es eher eine Terrine als eine Mousse). Dazu wurde ein warmes Brioche und ein Hagenbutten-Chuttney serviert. Was gut klang, schmeckte leider nicht gut, Konsistenz und die etwas wässerige Säure der Hagebutte kamen in Konflikt mit der fein abgeschmeckten Terrine und sorgten für unangenehme Gefühle auf der Zunge.

Das Cordon Bleu mit Vacherin aus dem Fribourgischen war hingegen ausgezeichnet, dazu wurden Karotten und ein leicht faseriges Selleriepürree serviert. Und weil man hier etwas kriegt fürs Geld, gab es noch zwei weitere Sättigungsbeilagen: eine Blätterteig-Pilzschnitte und Pommes frites. Die wurden im Glas serviert, was schön aussieht, aber leider den Effekt hat, dass die unten liegenden Kartoffelstäbchen schnell weich werden. Von weichen Pommes habe ich eine ähnlich hohe Meinung wie von Szenelokalen.

Beim Dessert wurde wiederum kombiniert, was nicht zusammenpasste: Ein wunderbares Nussparfait wurde erschlagen von einem viel zu süssen, intensiven Beerenkompott. Das Parfait hätte eine dezentere Begleitung verdient, oder man hätte es auch alleine auftreten lassen können, es war an sich mehr als gut genug.

Fazit: Manches ist gut im "Grüntal", es wird währschaft gekocht und dick aufgetragen, aber nicht immer subtil kombiniert.

Atmosphäre: Das Publikum ist jung und Szene-erprobt, trotzdem ist die Stimmung eher gemütlich und ruhig. Das Service-Personal ist ausgesprochen freundlich, was bei In-Beizen keine Selbstverständlichkeit ist.

Preise: Zürich muss nicht die Welt kosten, man kriegt im "Grüntal" einiges geboten fürs Geld, vor allem der Hauptgang (Fr. 36.-) war reichlich bestückt. Die Vorspeisen  gab es zu je Fr. 14.50 und das Dessert für Fr. 11.50.

Restaurant:Grüntal
Koch:Christian Egger
Adresse:Breitensteinstrasse 21, 8037 Zürich
Öffnungszeiten:Sonntags und montags geschlossen
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