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Gartenhof Zürich: Szene + Küche + Bedienung
21.06.2012
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essen
einfache-kuche
gartenrestaurant

Das Restaurant: Der "Gartenhof" zwischen Stauffacherplatz und Bahnhof Wiedikon gehört zur Kategorie der Zürcher Szenebeiz. Das ist für den zugezogenen Aargauer Fluch und Segen zugleich. Segen, weil das Lokal einen wunderschönen Garten hat und ein klares Konzept; Fluch, weil Szenebeizen immer etwas Angestrengtes haben, das sich irgendwo in der Qualität niederschlägt. Im "Gartenhof" war es der Service, der zwar Charmant aber etwas unkoordiniert und unkonzentriert wirkte. Dafür hatte die Online-Reservation perfekt geklappt, zwei Tische standen für uns bereit, einer im regengeschützten Aussenteil und einer im Lokal.

Das Essen: Die Karte ist klein, was Vertrauen schafft, und die mediterranen Gerichte einfach. Es gibt drei Dreigangmenüs (Fisch, Fleisch, vegetarisch) sowie ein paar "Klassiker". Bei dieser knappen Auswahl besteht die begründete Hoffnung, dass die Küche, die Gerichte in perfekter Schlichtheit hinbekommt.

Bevor die Salate kamen, tranken wir zum Apéro noch das neue, weltberühmte Schweizer Gents - Swiss Roots Tonic Water, auch das ein Szene-Getränk, aber echt gut. Im Gegensatz zum klassischen Schweppes, das einem mit seiner chemisch schmeckenden Chinin-Keule die Eingeweide zusammenzieht, hat das Tonic aus Zürich einen feinen, organischen Geschmack. Im "Gartenhof" gibt es einen schönen Apéro mit Tonic und weissem Portwein.

Nachdem wir zweimal Wasser verlangt hatten und einem der ständig wechselnden Kellner unsere Weinbestellung aufgedrängt hatten - wir sprechen jetzt über die eingangs erwähnte Servicequalität - kamen auch die Vorspeisen. Der Gurkensalat mit Joghurt-Dill-Sauce war ordentlich, gut gefielen mir die rosa Pfefferkörner, die dem Ganzen eine spezielle Note gaben, hingegen hätte die Sauce für meinen Geschmack mehr nach Joghurt schmecken können. Bei der Avocado mit Tomaten-Vinaigrette gab es hingegen nichts auszusetzen.

Der Hauptgang war perfekt, ein wunderbar gegarter Kabeljau "royale", Kartoffeln mit dem richtigen Biss und etwas Lattich, der eine schöne, erdige Kontrastnote dazugab. Die Sauce aus viel Butter und Pernod war eine Wucht, das ganze Gericht ein Beweis, dass wenn man das Einfach gut macht, schon fast alles gewonnen ist.

Das Dessert, um das wir uns wiederum ziemlich bemühen mussten, fand ich etwas gar schlicht, das Panna Cotta mit "Freiland-Erdbeercoulis" (Informationen, die der Mensch nicht braucht) und einer Multifrucht-Beerensauce waren zwar in Ordnung, aber insgesamt weder geschmacklich noch optisch etwas Besonderes.

Fazit: Der "Gartenhof" ist ein wunderbarer Ort, vor allem, wenn man draussen sitzen kann (obwohl es drin auch gemütlich wirkte). Die einfachen Gerichte werden in der Mehrheit gut zubereitet. Nur der Service, so charmant er auch war, hat das Problem, das fast alle Szene-Lokale kennen: die Mitarbeiter sind alle eigentlich zu Höherem berufen als zum Kellnern.

Atmosphäre: Draussen romantisch und trotz der nahen Strasse mitten in Zürich erstaunlich ruhig. Drinnen ist es beizenhaft geschäftig und etwas laut.

Preise: Die Menüs für knapp Fr. 50.- sind absolut fair, 180g Rindsfilet mit Morchelsauce kosten Fr. 48.-, auch das geht in Ordnung. Die Endabrechnung mit Fr. 162.- für zweimal 3 Gänge inkl. Apéro, drei Gläsern von einem anständigen Verdejo und Kaffee ist für Zürcher Verhältnisse schon fast bescheiden.

Restaurant:Gartenhof
Adresse:Gartenhofstrasse 1, 8004 Zürich
Öffnungszeiten:Montag bis Freitag mittags und abends, Samstag und Sonntag ab 18.30
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