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Fifteen, Cornwall: Zu Gast bei Jamie
10.08.2018
jamie-oliver
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Das Restaurant: Leider stimmen viele Klischees, die man sich über die englische Küche weitergibt. Jedenfalls ist dies meine Erkenntnis nach zwei Wochen Ferien im südenglischen Cornwall. Die Landschaft dort ist grandios, die Küste sogar spektakulär, die Leute überaus freundlich (wo sonst hält ein Postbote mitten auf der Strasse an, weil er sieht, das jemand etwas sucht). Aber das Essen… Klar, so ein frisches Schollenfilet, im Bierteig gebacken ist ganz ok. Nur zusammen mit pampigen Fries und matschigen Erbsen, ist es nicht das, was man jeden Tag essen möchte.

Aber wir hatten auch angenehmere Erlebnisse, zum Beispiel am wunderschönen, privaten Rusty Glaze Beach oder später im Polurian Bay Hotel, wo es zumindest ein ordentliches Angebot für Halbpensions-Gäste gibt. Die wohltuende Ausnahme blieb aber das «Fifteen» von Jamie Oliver. Vor allem, weil es eigentlich nur dort eine frische Küche zu geniessen gibt, es wird mit guten, einfachen Produkten gearbeitet, die sinnvoll zubereitet werden.

Der britische Kochstar Jamie Oliver hat ja in der Feinschmeckerszene einen durchzogenen Ruf – zu unrecht, möchte ich anfügen. Denn man muss Oliver im kulinarisch-kulturellen Kontext seiner Heimat sehen. Seine Absicht ist, der Fish-n-Chips-Kultur die Idee von Leichtigkeit und Frische in der Küche entgegenzusetzen. Das «Fifteen» ist zudem auch eine Ausbildungsstätte und eine Stiftung, die Gewinne des Restaurants fliessen in die Förderung kulinarischer Bildung.

Anmerkung: Auf Grund mancher Kommentare auf Facebook möchte ich ergänzen, dass es natürlich in Cornwall gute Restaurants gibt. Wir waren auf der Suche nach einfacher, aber guter Küche und das schien nicht ganz einfach. Und auch zu ergänzen gilt, dass man in zwölf Tagen natürlich keinen kompletten Überblick gewinnt, insofern ist der Beitrag wie alles auf diesem Blog höchst subjektiv.

Das Essen: Vor lauter Glück, endlich in einem Restaurant zu sitzen, wo frisches Gemüse serviert wird, bestelle ich gleich drei Vorspeisen. Die erste ist so schlicht, wie sie gut ist: Perfekt reife Aprikosen, angereichert bloss mit einer guten Burrata, etwas Majoran sowie gerösteten Haselnüssen. Eine überraschen einfache, aber gute Idee. 

Ceviche mit drei Meerfischen

Ähnlich einfach, aber etwas komplexer sind die gekochten Randen mit Zwiebelsprossen, Ziegenfrischkäse und Olivenöl. Die herbe Würze des Käses und die erdige Süsse der Rande sind ein bewährter Kontrast, etwas Säure hätte das Gericht allerdings noch frischer und intensiver gemacht.

Ein gehaltvolles, vielschichtiges Gericht ist trotz seiner schlichten Zubereitung das Ceviche mit drei verschiedenen Fischen (Makrele, Schellfisch, Seeteufel). Durch die unterschiedlichen Fischarten ergeben sich spannende Kontraste in Texturen und Aromen. Da ist die eher fettige Makrele und der weisse, feinaromatische Schellfisch zum Beispiel, während der Seeteufel fast etwas zu viel Struktur hat für diese Art der Zubereitung. «Gegart» wird das Fleisch mit einer Mischung aus Orangen- und Limettensaft, eingelegte Zwiebeln, Petersilie und Orangenzesten, was dem Gericht ein süsslich-säuerlichen Meeresgeschmack verleiht.

Lamm mit Minze: Kein Grund zur sofortigen Abreise

Lamm mit Minze ist so etwas wie die kulinarische Essenz Englands, für Touristen aber nicht selten auch ein Grund, sich die sofortige Abreise zu überlegen. Hier hingegen bleibe ich gerne Gast bei Jamie, das Fleisch von der Keule ist perfekt rosa gegart, hat eine feine Kruste und eine leichte Sauce, die vermutlich aus dem Garjus und etwas zusätzlichem Olivenöl gewonnen wurde. Allerdings leidet das reichlich vorhandene Gemüse – (sehr) knackige Bohnen und frische Erbsen – unter einem Mangel an Sauce, so schmeckt es zwar frisch und grün, aber auch etwas eindimensional.

Das Dessert ist schlicht, aber gut, eine Mischung aus frischen Himbeeren, einem aromatischen Rahm aus Ziegenmilch sowie knusprig-würzigem Ingwer-Crumble.

Fazit: «Jamie's Fifteen» bietet keine grosse Küche, aber ist eine hervorragende Alternative zum Cornwall-Durchschnitt, weil die Gerichte frisch sind und schmecken und eine wohltuende mediterrane Leichtigkeit ausstrahlen.

Atmosphäre: Vom mit skandinavischer Hygge-Gemütlichkeit ausgestatten Speisesaal hat man einen grandiosen Blick auf die Watergate Bay – beliebt bei Einheimischen, Touristen und vor allem: bei Surfern. Das Personal ist (wie fast überall in Cornwall) ausgesucht nett, aber nicht immer vollumfassend informiert. Und wenn das Restaurant sich langsam füllt, was es gerade in der Hochsaison täglich tut, wirkt das Team etwas unterdotiert. Mittags sind Kinder willkommen, abends hingegen bleiben die Erwachsenen unter sich.

Preis (Lunch-Menü): Vorspeisen (à la Carte) £ 6 bis 11.–; Fischgänge 8 bis 28.–; Fleischgänge 9–24; Desserts 7 bis 10.–.

Restaurant:Jamie Oliver's Fifteen Cornwall
Koch:Adam Banks (Head Chef)
Jamie Oliver
Adresse:On The Beach
Watergate Bay
Newquay TR8 4AA
Grossbritannien
Tel. +44 1637 861000
Öffnungszeiten:Täglich morgens, mittags und abends geöffnet
(Teilweise saisonal unterschiedliche Öffnungszeiten)
Reservation empfohlen
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