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Clouds: Top of neue Bürgerlichkeit
08.01.2012
antonio-colaianni
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essen
clouds
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Das Restaurant: Das Clouds im höchsten Gebäude der Schweiz, dem Zürcher Prime Tower, hat ein Problem: die Aussicht. Natürlich ist sie ein Segen. Jeder will mal hier hinauf, um das gesehen zu haben. Und es ist auch ein Wucht, wie sich ganz Zürich, der See, die Berge unter einem ausbreiten. Wie die S-Bahn-Kompositionen lautlos in der Tiefe vorbeiziehen, wie Märklin-Modelleisenbahnen. Die erste halbe Stunde bin ich völlig fasziniert von diesem Blick, der selbst an einem Regentag grossartig ist. Aber, wie man so sagt, irgendwann hat man es gesehen. Und dann hat man mit der Aussicht allein eben nicht gegessen. Deshalb dürfen sich die Restaurantbetreiber auch nicht zu sehr auf ihre einmalige Lage verlassen. Irgendwie steigen hier oben auch die Erwartungen, man will dann auch auf dem Teller etwas geboten bekommen, nicht nur vor den Fenstern. Der Service ist trotz zwei drei Patzern sehr gut. Das Lokal ist ziemlich voll, das Personal bleibt dennoch freundlich und humorvoll. Das ist ein gutes Zeichen.

Das Essen: In einem Interview mit dem Züritipp haben die beiden verantwortlichen Köche gesagt, was sie mit dem "Clouds" wollen: Moderne Küche für alle. Neue Bürgerlichkeit, top of Zurich, könnte man sagen. Diesen Anspruch lösen Antonio Colaianni (ehemals Il Casale, Wetzikon) und David MartÍnez Salvany (Greulich, Zürich) ein. Mehr aber auch nicht. Wer zum Beispiel Colaiannis Arbeitim "Casale" kennt, wird vielleicht sogar enttäuscht sein. Denn in seiner neuen Wirkungsstätte in den Wolken fehlt diese Prise Originalität und Kreativität, die einem früher gut gefallen hat.

Die neue Bürgerlichkeit ist solide und etwas langweilig. Zum Beispiel Lomo-Schinken mit gebratenen Jakobsmuscheln und Bohnencrème (Fr. 18.-): eine schöne mediterrane Vorspeise, der das gewisse Etwas aber fehlt. Hervorragend ist der Raviolone mit Büffelricotta, Eigelb, Blattspinat und Trüffelbutter (Fr 22.-), über den ich noch etwas Extra-Trüffel hobeln lassen (Fr. 5.- pro Gramm). Handwerklich schön, aber auch keine Erfindung, die hier oben gemacht wurde. Das Rindsfilet im Perrigord-Mantel, das ich anschliessend esse, ist etwas mehr als der bestellte Medium-Garzustand gebraten und wird mit einem Randentürmchen sowie Kartoffelfrapée geliefert (Fr. 58.-). Der dazu gereichte Jus wirkt etwas dünn und ausdruckslos, das Ganze ist nicht schlecht, aber nichts, wofür man das Restaurant dringend weiterempfehlen müsste. So einen Hauptgang kocht mittlerweile wohl auch Annemarie Wildeisen.

Eine Enttäuschung war das Dessert. Ein Karamelleis, das im Begriff war, den Teller schon wieder zu verlassen und etwas Apfel-Brunoise, dick verpackt in ein Filoteig-Säckchen (Fr. 12.-) fand ich dann schon fast eine Zumutung. In der Gastronomie werden leider die meisten Eis-Sorten mittlerweile im Pacojet zubereitet. Dieses Gerät, das mit schnell rotierenden Messer eine gefrorene Masse in einen crèmigen Schmelzuzustand versetzt, sorgt zwar für eine schöne Konsistenz beim Eis. Aber es erwärmt dieses auch zu stark, so dass es schnell schmilzt. Hier ist natürlich der lange Weg von der Küche im 34. Stock zum Gast im 35. Stock ein Nachteil.

Fazit: Das Clouds muss man gesehen haben. Es ist ein Erlebnis hier raufzukommen. Das Essen ist noch nicht dazu angetan, dass man unbedingt ein zweites Mal den halben Weg in den Himmel auf sich nimmt. Einschränkend zu diesem Urteil ist aber zu sagen, dass das Abendmenü doch noch etwas mehr verspricht. Deshalb gehe ich vielleicht doch noch ein zweites Mal hin.

Atmosphäre: Das Publikum im Clouds ist bunt gemischt, elegante Business-Männer sitzen neben netten älteren Damen, die gerne zusammen essen gehen. Allen ins Gesicht geschrieben ist die Neugierde und das Staunen, wenn sie zum Fenster hinausgucken.

Preise: Man will gar nicht wissen, was hier an Miete pro Quadratmeter anfällt, da sind Fr. 58.– für das Rindsfilet oder die abendlichen Fr. 155.– für das 6-Gang-Menü nicht übertrieben. Wer billig essen will, kann am Fusse des Prime Towers bei Coop pronto fündig werden.

Restaurant:Clouds
Koch:Antonio Colaianni, David MartÍnez Salvany
Adresse:Maagplatz 5, 8005 Zürich
Öffnungszeiten:Täglich geöffnet
Kommentare:
Ronnie Grob
Visuell schon mal ein schönes Blog. Den RSS-Feed hab ich nach etwas Suchen doch noch gefunden, nur wird er nicht in der Adressleiste angezeigt, warum? Ebenfalls Standard ist es eigentlich, dass Kommentatoren beim Kommentieren die Website anzeigen lassen können. Der Link auf den Züritipp steht etwas quer im Text, ein Hyperlink wäre da wohl die bessere Lösung gewesen. Und wo sind die Permalinks? Gibt es Permalinks? Ansonsten bin ich gespannt, wie es weitergeht. Der erste Text, der endlich mal nicht eine unkritische Huldigung, sondern eine mit Argumenten unterlegte Detailkritik ist, gefällt mir schon mal gut. Cool fände ich, wenn auch Ess-Tempel besucht werden, aus denen man rausgehen kann und weniger als 20 Franken ausgegeben hat.
Matthias Halbeis
Clouds am Abend: Spektakulär. Wir haben grad wieder reserviert...
David Schnapp
Danke, Ronnie Grob, für das schnelle Feedback. Hyperlink konnte ich schon selber lösen, muss mich noch mit den Funktionen des ausgezeichneten CMS von Marco Hiltbrunner vertraut machen ;-). Die anderen techischen Fragen werde ich mit Marco noch klären. Die Auswahl der Restaurants ist bewusst in der Gourmet-Liga angesiedelt, Ausnahmen werden höchstens die Regeln bestätigen. Bei unter 20 Franken sind wir ja schon im Schnellverpflegungsbereich :-)
Andreas Thut
Mir gefällts auch. Bei den Social Media Links muss man noch nachbessern, die kommen momentan noch aus dem Labor: http://labor.dasfilet.ch/#.TwjM0wy8Naw.facebook. Dieses AddThis Gschmeus ist eh nicht so der Brüller, nimm doch diesen Script hier, der bedient auch alle Paranoiker: http://www.heise.de/extras/socialshareprivacy/
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