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Bürgli, Zürich: Entrecôte mit Seeblick
06.06.2013
zurcher-gastronomie
beiz
gartenrestaurant
rindfleisch
burgerliche-kuche

Das Restaurant: Das Thema "Gartenbeiz" wird auf einmal aktuell, kürzlich aber sah es schon einmal für ein paar Stunden so aus, als könne man an einem Samstagabend draussen sitzen. Sofort reservierten wir einen Tisch im Restaruant "Bürgli" in Zürich Wollishofen. Das "Bürgli" ist in einem wunderschönen alten Haus untergebracht, und in der heimeligen Gaststube sitzt man schon sehr gut. Noch schöner aber ist der Garten, teilweise unter ausladenden Bäumen untergebracht, von dem aus man einen schönen Blick auf den Zürichsee und die Goldküste hat. Das Setting wäre also perfekt gewesen, die Stimmung war gut, ein paar Auffälligkeiten - vor allem im Service - sorgten aber für Irritationen.

Das Essen: Die liebevoll handgeschriebene und -gemalte kleine Karte des "Bürgli" schafft wegen ihrer Übersichtlichkeit Vertrauen, auch wenn die Worte "himmlisch" und "köstlich" etwas zu oft verwendet werden. Die wenigen Gerichte sind währschaft, aber mit einem gewissen Raffinement. Bevor wir aber überhaupt einen Blick in die Karte werfen können, müssen wir dem Personal zusehen, wie es laut und gutgelaunt zu Abend isst. Irgendwie wirkt das unpassend, natürlich sollen die Leute etwas essen, aber warum sie das nicht machen können, bevor die Gäste eintreffen, erschliesst sich einem nicht ganz.

Dann kommt ein erster, im Umgangston leicht patziger Kellner an den Tisch, der die Frage nach einem guten Wermuth pariert mit dem Hinweis, man sei ein Restaurant und keine Bar - als ob sich die das ausschliessen würden. Der Aperitif (kein Wermuth) wird serviert, auf die Karte warten wir noch. Als sie kommt, fällt die Entscheidung leicht, einmal die Hausspezialität (Entrecôte Café de Paris), einmal die "Himmlischen Kichererbsen-Gemüse-Tätschli mit rassigem Ratatouille", bitte.

Davor gibt es einen ausgezeichneten Kopfsalat mit Rettich und einem Radieschendressing, das perfekt abgeschmeckt ist. Auch die leicht scharfe, dickflüssige Tomatensuppe ist sehr gut.

Das Entrecôte wird aufgeschnitten auf einer grossen Platte und einem Rechaud serviert, was sinnvoll erscheint. Das Fleisch (aus dem Entlebuch) ist dick mit Café de Paris-Sauce überzogen. Bei Wikipedia ist nachzulesen, dass die meistgenannten Zutaten dieser kalten Buttermischung Salz, Senf, Kapern, Schalotten (oder Zwiebeln), Estragon, Sardellen, Cognag oder Madeira, Currypulver, Paprikapulver und Ketchup seien. Das klingt nach einer würzigen Komposition, eine Erwartung, welche die "Bürgli"-Sauce nicht ganz erfüllen kann, die etwas zu neutral abgeschmeckt ist. Schade aber ist vor allem, dass die Garstufe (medium) leicht verfehlt wurde, was nur deshalb nicht so tragisch ist, weil das Fleisch von ausgezeichneter Qualität ist. Aber wenn jemand das Entrecôte als Hausspezialität anpreist, sollte eine perfekte Garung selbstverständlich sein. Die Pommes Frites sind daneben wirklich sehr gut und auch der Vegi-Gang wird gelobt.

Nachdem das Geschirr weggeräumt ist, passiert lange nichts, bis wir es schaffen, die Aufmerksamkeit eines Kellners auf uns zu ziehen. Es ist mittlerweile das vierte Teammitglied, das bei uns am Tisch erscheint, eine etwas persönlichere und konstantere Begleitung durch einen Abend wäre sinnvoll. Der Mann bringt uns einen ausgezeichneten Eiskaffee, kann die Frage, was in der Hausmischung ausser Kaffe-Eis sonst noch drin ist nicht beantworten und macht auch keine Anstalten, dies in Erfahrung zu bringen.

Fazit: Vorspeise gut, Hauptspeise gut und sehr gut, Eiskaffee absolut zu empfehlen (Zutaten vorerst geheim); so fällt die stichwortartige Bilanz des Abends aus. 

Atmosphäre: Die Aussicht, vor allem wenn man in der ersten Reihe gleich neben der Begrenzungshecke sitzt, ist an einem schönen Abend wunderbar. Die Gartenbeiz gehört zu den schöneren von Zürich. Die Leistungsunterschiede im Service sind allerdings irritierend, mal stimmt der Tonfall nicht, mal fehlt die Aufmerksamkeit, mal das Interesse am Gast - insgesamt ergibt das einen durchzogenes Gesamteindruck.

Preis: Für Zürcher Verhältnisse wird hier fair kalkuliert, Fr. 44.50 für das Entrecôte, 29.50 für eine grosszügigen vegetarischen Gang und die Vorspeisen sind mit 12.50 (Suppe), über 13.50 (Salat) bis 18.50 (geräuchertes Forellenfilet mit Linsen) im Rahmen. Den hausgemachten Eiskaffee gibt's für 10.50.

Restaurant:Bürgli
Koch:Marcel Bourquin/Samuel Guggisberg (Souschef)
Adresse:Kilchbergstrasse 15, 8038 Zürich
Öffnungszeiten:Täglich, samstags ab 18 Uhr
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