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Amolite, Rust: Leuchtturm des Vergnügens
07.10.2016
europapark
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fine-dining

Das Restaurant: Das Essen ein Vergnügen sein soll, ist mittlerweile «common sense», selbst in barocken Gourmettempeln ist eine gewisse Lockerheit eingekehrt. Dass aber das Essen im Vergnügungspark auf so hohen Niveau ist wie in Rust, dürfte weltweit einzigartig sein. Im Europapark gibt es nicht nur populäre Gerichte und Fast Food aus den jeweiligen Themenbereichen sondern seit 2012 auch ein Fine-Dining-Restaurant.


Im Leuchtturm neben dem Hotel «Bell Rock» hat sich der sympathische Österreicher Peter Hagen in kürzester Zeit auf die Landkarte der Feinschmecker gekocht. 2013 kam der erste, 2014 der zweite Stern und Hagen bleibt ganz entspannt, denn er will bewusst eine Gourmetküche für Leute anbieten, die nicht jeden Tag sehr gut essen gehen oder sich dieses Vergnügen sogar zum ersten Mal gönnen. Nach Stationen bei Harald Wohlfahrt, Dieter Koschina oder Peter Knogl in Basel hat Hagen im Europapark» einen leicht zugänglichen, klassisch basierten, aber modern dargestellten Stil entwickelt, der in einem vergnüglichen Mittagessen mündet, das ich im Anschluss an die Fahrt mit dem «Atlantica SuperSplash» geniesse.


Das Essen: Neben dem üblichen Menü gibt es hier auch einen ansehnlichen A-la-Carte-Bereich, und ich wähle eine Mischung aus beiden. Sie beginnt mit drei Kleinigkeiten, eine kühle Karottensuppe mit Orange (süss-säuerlich), eine geschmorte Karotte mit einer geheimnisvollen Würze sowie ein Jakobsmuschel-Karottentatar, dass die Aromen der beiden Grundprodukte unverfälscht zur Geltung bringt.


Das erste kleine Gericht besteht aus einer feinen, rahmigen Panna Cotta mit einer dezenten Blumenkohlnote, dazu einen Sud und feine Späne von violettem Blumenkohl und schliesslich bekommt das geschmacklich eher milde Ensemble einen gut gesetzten Salz- und Texturenakzent durch die Beigabe von Forellenrogen.


Im Zentrum der Vorspeise liegt nun ein handwerklich schön gemachter Kaninchenschinken der von verschiedenen, eher süsslichen Kürbiselementen begleitet wird. Creme und Maccarons des beliebten Herbstgemüses werden aber intelligent kontrastiert durch ein Kürbiskernöl-Eis und ein luftiges Biskuit (Sponge). Zum lieblichen bis milden Aroma von Fleisch und Gemüse kommt so ein herber, sprichwörtlich kerniger Kontrast hinzu.


Eine perfekt sautierter Kaisergranat von sehr guter Qualität findet sich nun in einem schönen aromatischen Dreiklang mit Bohnensud und einem Birnen-Kaisergranat-Tatar. Ich bin zunächst nicht sicher, ob die Kombination des eher süsslichen Krustentiers mit süsser Frucht optimal ist, aber in Verbindung mit dem frischen grünen Bohnenextrakt bekommt das Gericht eine interessante Richtung.


Keine Zweifel gibt es beim auf den Punkt gebratenen Zander, der fleischig und aromatisch erscheint. Eingebettet wird in ein rustikales Umfeld aus Champagnerkraut, das mit Riesling und Weinessig angesetzt wurde, einem herben Blutwurstraviolo, Kartoffelpüree und einem «Carbonara-Moment» durch etwas Speckschaum, was einen in jede Richtung spannenden Teller ergibt.


Aus der A-la-Carte-Abteilung gibt es nun ein im ganzen gebratenes, prächtiges Schwarzfederhuhn mit einigen Scheiben Trüffel unter der Haut. Zunächst wird die Brust serviert: das Fleisch ist zart, die Haut könnte etwas knuspriger sein. Eine Sellerie-Mousseline, karmellisierter Chicoree, der mit Honig und Kamille gewürzt ist, sowie knusprige Selleriefäden und ein Trüffeljus von wunderbarer Tiefe komplettieren ein sehr geschmackvolles Gericht.


Der zweite Teil dann ist das, was man ein schlotziges Löffelgericht nennt: Unter der nun knusprigen Geflügelhaut finden sich das aromatische Schenkelfleisch des Huhns, Sellerietaschen und eingelegter Sellerie, der eine gut dosierte frische Säure abgibt sowie natürich wieder dieser Trüffeljus!


Mit einer Variation von Karamell, Nüssen und Sanddorn-Beeren gelingt der Beginn des süssen Teils hervorragend. Und auch die Spielerei mit Banane – eine Frucht, die in Desserts schnell einmal plump wirkt – gelingt hier überraschend filigran: Zu Flan, Gel, Creme und Eis von Bananen, kommt ein Lakritzgelee, dessen unverwechselbarer Eigengeschmack zusammen mit einem Mousse und einer Tuille aus Muscovadozucker dem Bananen-Ensemble herbe, leicht bittere und exotische Aromen entgegensetzen. Und schliesslich gibt es noch sechs verschiedene Petit Fours, die wie die Desserts handwerklich und geschmacklich überzeugen.


Fazit: Mit seiner leicht verständlichen, geschmackvollen und intelligent kombinierten Küche überzeugt Peter Hagen nicht nur Gourmet-Neulinge vom guten Essen. Die Verbindung aus zugänglichen Kombinationen, klassischer Kochkunst und zeitgemässen Umsetzungsideen wirkt angenehm, ausgewogen und sorgt für Entspannung am Tisch: man kann sich zurücklehnen und sich auf leichte Art kulinarisch vergnügen.


Atmosphäre: Der runde Raum ist geschickt eingerichtet, halbdurchsichtige schimmernde Vorhänge unterteilen das Restaurant und erhöhen das Gefühl von Privatsphäre. Ebenso angenehm wie die Stimmung des Raumes ist der Service, der aufmerksam und gut informiert wirkt.


Preis: 4 Gänge € 95.–, 6 Gänge 125.–; à la Carte € 31.– bis 105.–.


Bewertungen: 2 Michelin-Sterne, 16 Gault-Millau-Punkte, 3F (Feinschmecker) u.a.m.

Restaurant:Amolite – The Lighthouse Restaurant
Koch:Peter Hagen
Adresse:Peter-Thumb-Strasse 6
D-77977 Rust
Tel. +49 7822 776699
Öffnungszeiten:Montags und dienstags geschlossen;
samstags und sonntags auch Lunch
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