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Schöner Essen fotografieren
25.06.2015
fotografie
foodfotografie
nikon

Foodblogger und andere interessierte Kreise kennen das Problem: Wie fotografiert man Gerichte im Restaurant, damit sie möglichst appetitlich aussehen, ohne dabei andere Gäste mit Blitz- und Stativ-Installationen zu stören?

 
Wir gehen im Folgenden von der Benutzung einer digitalen Spiegelreflex-Kamera aus, bei der sämtliche Parameter (Belichtung, Blende, ISO) manuell eingestellt werden können. In unserem Fall handelt es sich um eine Nikon D610 bzw. D750 mit einem lichtstarken Nikon-Objektiv (Nikkor 58 mm 1:1,4 G). Alle Fotos wurden abends bei Kunstlichtverhältnissen gemacht.


Die Herausforderung, gute Fotos zu bekommen, stellt sich vor allem abends, wenn wenig Licht vorhanden ist. Dabei gibt es drei Einstellungsmöglichkeiten zu beachten, um möglichst helle, leuchtende Bilder zu erhalten:
 

Erhöhung der ISO-Zahl auf bis zu 6400. Problem: Je höher die ISO-Zahl desto stärker das Bildrauschen, also jene Pixel, die in Farbe und Helligkeit vom eigentlichen Bild abweichen. Hier bieten so genannte Vollformat-Kameras wie unsere Nikon D610/D750 einen wesentlichen Vorteil gegenüber Kompaktkameras oder Smartphones: dank der grösseren Sensorfläche lässt sich das Bildrauschen auf ein Minimum reduzieren.


Grössere Blende: Je weiter offen die Blende (je kleiner die Blendenzahl) ist, desto mehr Licht wird  eingefangen. Problem: Je kleiner die Blendenzahl, desto geringer auch die Schärfentiefe. Man muss also sehr genau darauf achten, worauf man bei einem Gericht den Schärfepunkt legt, und welche Bereiche eines Tellers in der Unschärfe liegen.
 

Kürzere Belichtungszeit: Je länger die Belichtungszeit, desto mehr Licht wird wiederum eingefangen. Problem: Bei langen Verschlusszeiten steigt die Gefahr von Verwacklern bzw. Bewegungsunschärfe, wenn man die Kamera nicht ganz ruhig hält. Bis zu einer Verschlusszeit von etwa 1/30 Sekunde sollte das aber kein Problem sein, vorausgesetzt man hat eine ruhige Hand oder kann die Kamera zusätzlich stabilisieren.
 

Weissabgleich: Gerade bei künstlichem Licht, das oft aus verschiedenen Quellen stammt und also unterschiedliche Farbtemperaturen aufweist, lohnt es sich, anstatt des automatischen Weissabgleichs eine individuelle Messung vorzunehmen. Bei der Nikon beispielsweise geht das mit wenigen Tastenkombinationen. Mit einem individuellen Weissabgleich lassen sich Fehlfarben in an sich weissen Bereichen eliminieren. Dies gilt vor allem für JPEG-Bilder. Aber auch wenn sich der Weissabgleich bei RAW-Dateien nachkorrigieren lässt, bringt es auch dort oft bessere Resultate.

 
Es gilt nun, je nach Situation eine Kombination aus diesen vier Werten zu finden, die möglichst viel Licht und natürliche Farben auf ein Bild bringt – ohne es natürlich zu überbelichten.


Bei Kameras mit Motivprogrammen empfiehlt sich durchaus auch mal ein Versuch damit. Das Programm «Food» beispielweise macht im Prinzip nichts anderes, als ein möglichst lichtstarkes Bild mit relativ kleinem Schärfenbereich aufzunehmen.

Ohne Nachbearbeitung gibt es aber kaum sehr gute Bilder bei ungünstigen Lichtverhältnissen. Empfehlenswert ist es daher, die Fotos als RAW-Dateien aufzunehmen, um alle Möglichkeiten der Nachbearbeitung mit Programmen wie Photoshop Lightroom von Adobe oder Aperture von Apple (das leider nicht mehr weiterentwickelt wird) zu haben.
 

Die wichtigsten Parameter in der Nachbearbeitung:


Weissabgleich: Durch das künstliche Licht, oftmals aus unterschiedlichen Quellen mit verschiedenen Farbtemperaturen, kommt es häufig zu fehlerhaften Verfärbungen. Meist hilft es, die Farbtemperatur (Kelvin) etwas «blauer» zu wählen, passend sind in der Regel 3000 bis 3100 K. Falls das Bild etwas zu bläulich erscheint, korrigiert sich das oft, wenn man den Belichtungswert etwas höherschraubt. Diese nachträgliche Korrektur ist ausschliesslich mit RAW-Daten möglich.

 
Belichtung: Damit lassen sich die bei schwachem Licht aufgenommenen, meist etwas zu dunklen Bilder einfach aufhellen.
 

Schwarzpunkt: Oft kann man gleichzeitig den Schwarzpunkt etwas erhöhen, womit dunkle Stellen dunkler werden, der Kontrast höher wird und die Farben insgesamt kräftiger wirken.


Kontrast:
Hier gilt mehr oder weniger dasselbe wie beim Schwarzpunkt.


Definition: Technisch wird hier die Klarheit gewisser Stellen erhöht, ohne den Kontrast allzu sehr zu verstärken. Das ist hilfreich, um bei Gerichten Strukturen hervorzuheben zum Beispiel von feinen Körnern, Fasern, Fleischstrukturen, Schäumen etc.


Sättigung/Lebendigkeit: Hiermit werden Farben gesättigter, intensiver, als sie es tatsächlich sind. Eine leichte Erhöhung des Sättigungswerts bzw. der Lebendigkeit macht in der Regel Sinn, bei zu hohen Werten wirken die Fotos aber schnell unnatürlich.


Scharfzeichnen: Hilfreich, wenn in der Eile oder bei schlechtem Licht die Schärfe nicht ganz stimmt. Allerdings ist die Wirkung beschränkt, unscharf bleibt am Ende unscharf.

 
Die Einstellungen in der Nachbearbeitung sind natürlich stark abhängig vom Ausgangsmaterial, von den eigenen Vorlieben etc. Hier muss man etwas ausprobieren und mit den Reglern spielen, um zu Resultaten zu kommen, die einem gefallen.


Bildreihe: 

Bild 1 (Schweinebauch mit Kürbis, Seerestaurant Belvedere, Hergiswil): Nikon D610, Nikkor 58mm, ISO 4000, Blende 4.5, Verschlusszeit 1/30. Anpassungen in Temperatur, Schwarzpunkt, Definition, Sättigung, Lebendigkeit.
 

Bild 2 (Saibling mit Gurken und Meerrettich, Kunsthof, Uznach): Nikon D610, Nikkor 58mm, ISO 6400, Belichtung 3.2, Verschlusszeit 1/30. Anpassungen in Temperatur, Belichtung, Schwarzpunkt, Definition, Sättigung, Lebendigkeit.

 
Bild 3 (Forelle mit Meerrettichmousse, Equitable Sankt Meinrad, Zürich): Nikon D610, 58mm, ISO 5000, Blende 3.2, Verschlusszeit 1/40. Anpassungen in Temperatur, Belichtung, Schwarzpunkt, Kontrast, Definition und Sättigung.
 

Bild 4 und 5 Vergleich Smartphone (Apple iPhone 6) vs. Vollformatkamera (Nikon D610, Nikkor 58mm); ohne Nachbearbeitung; Taube und Kirsche, Pearl, Winterthur). Beide Bilder sind unbearbeitet. Das Kamera-Bild ist aufgenommen mit Nikkor 58mm, ISO 6400, Blende 3.2/1/50.


Bild 6 (Gebratene Taube mit Sellerie und Kartoffeln, Flocons de Sel, Mégève F): Nikon D750, Nikkor 58mm, ISO 2500, Blende 3.2, Verschlusszeit 1/40. Anpassungen bei Belichtung, Schwarzpunkt, Temperatur.


Der Vorteil des Smartphones – Kamera und Internetzugang in einem Gerät – kann eine Kamera wie die Nikon D750 übrigens wettmachen. Dank eingebautem Wifi lassen sich hochwertige Bilder von der Kamera via App auf dem Smartphone schnell übertragen und direkt ins Internet stellen. Das ist ein ziemlich praktisches Feature für Foodies und Blogger mit Ansprüchen.

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